Bewegung bei Diabetes

 

Jede Diabetes-Erkrankung ist anders. Für alle Betroffene, ob nun Patienten mit Typ-1-Diabetes oder Typ-2-Diabetes, ob mit langer oder kurzer Erkrankungsdauer, ob jung oder alt, gilt: Bewegung ist gut und kann den Krankheitsverlauf verbessern.

In den „Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung“ werden Bewegungsempfehlungen für erwachsene Personen in Deutschland gemacht. In diesen Empfehlungen wird dazu geraten, regelmäßig sportlich aktiv zu sein. Dazu sollten mindestens 150 Minuten pro Woche mit Ausdauersport in moderater Intensität verbracht werden. Alternativ können auch 75 Minuten pro Woche mit Ausdauersport in höherer Intensität durchgeführt werden. Ebenso ist es möglich, das Training zu variieren und mehr und weniger intensives Training einzubauen. Zusätzlich zu dem Ausdauertraining sollte mindestens 2-mal pro Woche Krafttraining stattfinden. In den nationalen Empfehlungen wird weiterhin darauf aufmerksam gemacht, dass lange, ununterbrochene Sitzphasen zu vermeiden sind und Zeiten, in denen man viel sitzt, regelmäßig durch körperliche Aktivität unterbrochen werden sollten.

 

Spezielle Empfehlungen bei Typ-2-Diabetes

Ergänzend zu den nationalen Empfehlungen werden auch erkrankungsspezifische Empfehlungen für eine Reihe von chronischen Krankheiten gemacht, darunter auch für Typ-2-Diabetes. Patienten mit Typ-2-Diabetes wird wie auch in den allgemeinen, nationalen Empfehlungen dazu geraten, regelmäßig aktiv zu sein. Jede Woche sollten mindestens 150 Minuten mit moderat bis intensivem Ausdauertraining verbracht werden. Ergänzend dazu sollten zweimal pro Woche muskelkräftigende Übungen stattfinden. Wichtig ist auch die Bewegung im Alltag. Wer mindestens 30 Minuten am Tag mit Spazierengehen, Treppen steigen oder beispielsweise Gartenarbeit verbringt, kann sein Risiko für Folgeerkrankungen senken.

Personen, die sich bereits an die genannten Empfehlungen halten, wird dazu geraten, das moderat-intensive Ausdauertraining auf 300 Minuten pro Woche zu steigern oder 90 Minuten pro Woche ein Training mit hoher Intensität zu absolvieren.

 

Sport bietet Überlebensvorteil

Die gesundheitlichen Vorteile, die für die Patienten mit Typ-2-Diabetes durch den Sport ausgehen, umfassen eine Besserung des Langzeitblutzuckerwerts auch unabhängig von einer möglicherweise erzielten Gewichtsabnahme. Weiterhin erzielt Bewegung positive Effekt auf den Blutdruck, die Blutfette, die Thromboseneigung (vermehrte Neigung zu Blutgerinnseln), das Fettverteilungsmuster, die fettfreie Körpermasse, das Körpergewicht sowie die Endothelfunktion (das Endothel sind Zellen der Innenwand von Lymph- und Blutgefäßen; sie sind z. B. wichtig für die Fließfähigkeit des Blutes).

Weitere gesundheitliche Vorteile durch körperliche Aktivität bei Typ-2-Diabetes umfassen eine Verbesserung von depressiven Symptomen und diagnostizierten Depressionen sowie besserer Schlaf und Lebensqualität. Patienten mit Typ-2-Diabetes, die sich ausreichend bewegen, erkranken seltener an Folgeerkrankungen und weisen einen Überlebensvorteil auf.

 

Eine Rücksprache mit dem Arzt ist wichtig

Ist Sport jederzeit geeignet? Es ist immer wichtig, die individuelle Verfassung zu berücksichtigen. Im Zweifelfalls sollte der Arzt um Rat gefragt werden, um Intensität und Umfang der sportlichen Aktivität festzulegen. Insbesondere Patienten, die Insulin spritzen, haben durch sportliche Aktivität ein höheres Risiko für Unterzuckerungen und müssen die Insulindosis sorgsam anpassen. Auch bei fortgeschrittener, schwerer Erkrankung und Folge- und Begleiterkrankungen können Nebenwirkungen bei bestimmten Sportarten auftreten, die mit dem Arzt abgeklärt werden sollten.